Prof. Dr. Martina Löw (Technische Universität Berlin)
Zeit: Mittwoch, 17.6.2026, 17.30 Uhr
Ort: Institut für Raumplanung (TU Wien), FB Soziologie, 1010 Wien, Karlsgasse 11, SR EBEG-2-RPL
Zusammenfassung: Die räumliche Orientierung verändert sich mit den Navigationssystemen. Tagebücher sind heute zumeist virtuelle Stecknadeln in social media. Unser Zuhause ist ein home office. Wir haben weltweit mehr befestigte Landesgrenzen denn jemals zuvor und doch scheint der Raum global zu sein. In welchen Räumen leben wir? In ihrem Vortrag wird Martina Löw an einigen Beispielen aufbauend auf empirischer Forschung das Ausmaß der räumlichen Neuordnung der Welt, die wir derzeit global erleben, erläutern. Im Anschluss wird sie die These herleiten, dass wir strukturell eine Pluralisierung an sozial relevanten Raumfiguren erfahren, die soziales Handeln, gesellschaftliches Miteinander und sozialen Zusammenhalt erneut komplexer werden lassen. Löw legt dar, warum begriffliche Werkzeuge wie z. B. die Kategorie des „sozialen Wandels“ nicht mehr greifen, weil sie ausschließlich zeitlich gedacht werden. Sie schlägt vor, sozialen Wandel räumlich neu als Refiguration zu denken.
Martina Löw ist Professorin für Stadplanungs- und Architektursoziologie (TU Darmstadt und TU Berlin). Sie leitet den interdisziplinären DFG-Sonderforschungsbereich „Re-Figuration von Räumen“. Sie kann auf breite internationale Erfahrung aufbauen, mit Gastprofessuren in vielen Ländern und Publikationen in zahlreichen Sprachen. Die letzte ihrer Auszeichnungen war der renommierte Schader Preis für ihre wissenschaftliche Arbeit und ihr Praxis-Engagement. Publikationen: Raumsoziologie (stw 2000); Soziologie der Städte (stw 2010); Vom Raum aus die Stadt denken (transcript 2018).