Prof. Dr. Peter Graeff (Christian-Albrechts Universität Kiel)

 Zeit: Montag, 11.5.2026, 18.00-  19.30

Ort: Seminarraum 17, Kolingasse 14-16 (Lift 2, 2. Stock rechts)

Zusammenfassung: Als Mitte der 1990er Jahre der Corruption Perception Index den Versuch unternahm, das Phänomen der Korruption auf Länderebene zu messen, gab er auch den Startschuss zu einer Vielzahl empirischer Forschungen, die bis heute anhält. Allerdings gibt es bis heute weder eine umfassende Theorie, die das Phänomen erklären könnte, noch ist die empirische Erfassung auf der Ebene von Individuen bisher überzeugend gelungen. Der Vortrag gibt einen Überblick über die empirische Korruptionsforschung von ihrem Beginn an, sowohl auf der Makro-/Länder- wie der Mikro-/Individuenebene und hebt besondere (sowie überraschende) Befunde hervor. Anschließend werden aktuelle Trends in der Korruptionsforschung und bei der Erfassung von Korruption dargestellt, so dass klar wird, wie man aus aktueller Forschungssicht die Entstehung von Korruption erklärt. Dabei wird auch erläutert, warum die Thematik auch zukünftig für Forschende in allen Kulturen relevant sein wird.

Dr. Peter Graeff (*1966 in Köln) studierte und lehrte an den Universitäten Bonn, Frankfurt/Main und Kiel und ist seit 2013 Professor für Soziologie und Sozialforschung an der Universität Kiel. Forschungsschwerpunkte: positives und negatives Sozialkapital (Korruption, Vertrauen) und Statistik/ Methodenlehre. Veröffentlichungen u.a.: Vertrauen zum Vorgesetzten und zum Unternehmertun (1998); Der Korruptionsfall Siemens (mit Koautoren, 2009); Was ist Korruption? (mit T. Rabl, 2019); Corona und Korruption (mit Sebastian Wolf, 2022).